NEU - Zwei Federn

Zwei Federn ist der Name eines Kriegers vom Stamm der Choctaw. Als bei seiner Geburt im Jahr 1819 zwei Adlerfedern herabschweben, steckt sein Vater sie in dessen Medizinbeutel. Im Lauf der Zeit erweist Two-Feathers sich als talentierter Handwerker, künstlerisch begabt und beginnt damit, Geschichten aufzuschreiben. 1847, als in Irland die große Hungersnot wütet, sammeln die Choctaw Geld und beauftragen Two-Feathers, die Hilfe zu überbringen. Dort verändert die Liebe zur Schriftstellerin Amy O’Brian sein Leben. Als Schriftsteller-Ehepaar Amy und Gideon ‘Two-Feathers’ O’Brian kehren sie zurück ins Land seiner Vorfahren, wo ihr Schicksal auf dem Weg der weißen Siedler nach Westen, auf harte Proben gestellt wird. Die Aufzeichnungen ihrer Reise machen sie zum berühmtesten Autorenpaar im Amerika des 19. Jahrhunderts. Sie erfahren Ruhm und Abstieg und geraten schließlich in Vergessenheit. Bis ihre Nachfahren, die Autoren Bridget O’Brian und Rian Doyle, sie 150 Jahre später zurück ins Bewusstsein der Menschen holen …

Rauch stieg empor. Von den Feuerstellen der strohbedeckten Hütten schnurstracks hinauf ins Dunkelgrau der Wolken. Auf der Wiese im regenverhangenen Tal des Pearl River tanzten Männer zum rhythmischen Geheul, das nicht dem Krieg, sondern dem Leben galt. Dem neuen Dasein, das heute hinter den Wänden aus lehmverschmierter Baumrinde den Weg ins Licht gefunden hatte. Sie trugen Leder-Gamaschen, Mokassins und Federn im lackschwarzen Haar. Ihre Gesichter mit den breiten Wangenknochen waren bunt bemalt, der Ausdruck grimmig. Sie tanzten den Bärentanz – immer im Kreis, zur Musik von Trommeln und Flöten, geduckt umeinander schleichend, kraftvoll, imponierend. Denn Nanapesa, der große Geist sollte dem Neugeborenen das Reich der Sonne öffnen, das an diesem Tag im regenschweren Dunst verschlossen schien. Um ihm Schutz zu geben vor den Momenten der Gefahr, in denen die Nalusa Chito, die Schattenwesen mit bösen Gedanken in frische Geister eindringen, um ihre Seelen zu essen. Und um ihn vor Ishkinti zu bewahren, der gehörnten Eule, die nachts umherstreifte, um Menschen und Tiere zu töten. Die mit ihrem Schrei ein Zeichen gab, dass ein Kind unter sieben Jahren sterben würde.

Auszug "Zwei Federn"

Nahezu paralysiert lief Amy an diesem Vormittag neben Gideon her, der gefühlsmäßig zumindest auf seinen ersten New-York-Aufenthalt vor Monaten zurückgreifen konnte. Doch war auch er nicht weniger fasziniert von den Spezialgeschäften und Warenhäusern, die hinter prunkvollen, hell erleuchteten Fassaden die Güter Europas und des amerikanischen Hinterlandes ausstellten. Vor denen sich kaufkräftige Einkaufstouristen drängten, bevor sie im Gourmetrestaurant an der nächsten Ecke opulent speisten. Stumm sahen sie in einer Seitenstraße unweit des Verlagshauses einem Snack-Verkäufer dabei zu, wie er frische Muscheln knackte, vor einer Apotheke stehend, die Farmacia auf ihr Schild geschrieben hatte. Denn New York war ein Flickenteppich ethnischer Gemeinschaften, auf dem im selben Block oft die alten Nachbarn aus Sizilien, Genua, Dublin oder Warschau wohnten. Was den Menschen den Neuanfang in der Fremde oft erleichterte, wenn sie im Hafen, in den Werften, Fabriken und Werkstätten ihren Jobs nachgingen. Oder als Ungelernte für lange Stunden harter Plackerei als Träger oder Niedriglöhner in Nähereien kaum genug Geld zum Überleben verdienten.

Auszug "Zwei Federn"

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