Der Trommelwächter

… schreibt die Geschichte um Sally Wheeler weiter, die sich mit dem Musikjournalisten Randy Armstead auf die Spuren von dessen Familie begibt. Ihre gemeinsamen verwandtschaftlichen Verbindungen führen sie an einen Berg aus Fragen, die sie über dramatische historische Ereignisse der vergangenen hundert Jahre von Afrika nach New Orleans, New York, Kuba und Europa bis in unsere heutige Zeit führen ..

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Im Jahre 1908 heiratet Adisa, die Urgroßmutter des Musikjournlisten Randy Armstead in Deutsch-Südwestafrika Kono Armstead. Einen ehemaligen Sklaven, der 40 Jahre zuvor mit seiner Mutter Awa an Bord des letzten und illegalen Sklavenschiffs Clotilda von Westafrika nach Alabama kam. Randy, ein Sohn der berühmten Fotografin Katharina Austerlitz, ist dem Mythos des Trommel-Wächters auf der Spur, der sich über Kono von Generation zu Generation auf die männlichen Erstgeborenen seiner Familie vererbt hat.

Dabei trifft er auf Sally Wheeler, deren Urgroßvater Jaboah  Adisas Sohn aus erster Ehe war. Gemeinsam stoßen sie auf Fragen, die sie über dramatische historische Ereignisse der vergangenen hundert Jahre von Afrika nach New Orleans, New York, Kuba und Europa bis in unsere heutige Zeit führen. Durch Glanz und Elend und eingebettet in  unzählige Mythen. Was hat es mit dem Geheimnis von Randys Vater Mortimer auf sich, das dieser als letzter Trommel-Wächter mit ins Grab nahm?

Wo befindet sich seine mit Aufzeichnungen und Notizen versehene Trommel und welche Rolle spielte dabei der Mann, der in Sallys Leben bereits so viele Spuren hinterlassen hat, wie kein anderer – Carlo van der Meer? Auch diesmal scheint der Weg in eine verhängnisvolle Dunkelheit zu führen, die unzählige Fragen aufwirft. Die sie gemeinsam mit den erprobten Spezialisten der Wiener und Berliner Unterwelten auch diesmal hoffen lösen zu können.

Schwer atmend hatte Awa am Rande des grünen Dickichts verharrt. Mit über ihr Gesicht rinnenden Schweißperlen, die sie vor Erschöpfung zitternd, mit einem Zipfel ihres um die Hüften geschlungenen Tuches abtupfte. Während ihre kraus gelockten Haare verschwitzt an ihrem Kopf klebten, hatten sich aus der kunstvoll drapierten Haarpracht bereits eine Reihe der raffiniert eingeflochtenen Muscheln gelöst. Bewegungslos und jeden Laut vermeidend war die Frau des Yarubastammes in der Hocke verblieben, derweil sie im Schutz des hohen Grases versuchte, sich einen Überblick zu verschaffen. Sengende Hitze und ein heißer Wind erschwerten das Luftholen und das grelle Licht zwang sie, ihre Augen zu kleinen Schlitzen zusammenzukneifen. Von martialischen Schreien begleitet, hatten die Angreifer die im Morgenlicht schwindende Finsternis durchdrungen. Männliche Soldaten und weibliche Amazonen ihres eigenen Volkes waren herangestürmt, um die schlaftrunkenen Menschen aus ihren Hütten zu schleifen und wahllos jeden, der sich ihnen in den Weg stellte, erbarmungslos zu erdolchen. Kriegerisches Geheul hatte die Angstschreie ihrer Verwandten und Freunde übertönt, als all das wahr geworden war, was Erzählungen zufolge Mitgliedern weiter entfernt lebender Stämme bereits widerfahren war. 

Awa Boud, Auszug "Der Trommelwächter", Kapitel 1

An einem heißen Sommertag, der mich eher an den Wannsee oder in andere schattige Gefilde gelockt hätte, stehe ich vor der Galerie Meilenstein. Einem quaderähnlichen Backsteingebäude unter mächtigen Kastanien in einem Hinterhof der Fasanenstraße, über dessen Eingangstür auf dem milchigen Glas eines Leuchtkastens in nüchternen Lettern.

Katharina Austerlitz, 1908 – 2010 Licht und Schatten eines Jahrhunderts

geschrieben steht.Gestern Abend habe ich mich unweit von hier mit Randy in der Paris Bar getroffen, nachdem dieser in den zurückliegenden Tagen aufgrund seiner Mitarbeit an der Ausstellung zu Ehren seiner Mutter, so gut wie nicht erreichbar gewesen war. Dabei hatte er mir, im Donnergrollen eines draußen niedergehenden Gewitters, von dem erzählt, was mich heute hier erwartet. Denn neben den vielen unterschiedlichen Strömungen und Motiven, denen Katharina Austerlitz in den Epochen ihres Daseins gefolgt war, würde diese aktuelle Exposition ihres künstlerischen Werkes auch etwas von ihrem eigenen Leben und dem ihrer Familie erzählen. Deren fotografischer Dokumentation sie ihr Leben lang offenbar niemals müde geworden war.

Sally Wheeler, Auszug "Der Trommelwächter", Kapitel 6

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