Jüdisches Schicksal in Clärchens Ballhaus

Mitten in den “Goldenen 20ern”, trifft der Bakteriologe Daniel Aisbergh in Berlin zum ersten Mal auf die junge Ruth Breslauer. Beim Tanz im noch heute berühmten “Clärchens Ballhaus” nimmt damit ein einzigartiges jüdisches Schicksal seinen Lauf:

Im allmählich anschwellenden Feierabendverkehr tönten leise Walzerklänge auf die Straße. Unterbrochen vom Geknatter zweier Motorräder und dem energischen Hupen eines ungeduldigen Autofahrers, kämpfte sich die zarte Tonfolge durch die weit geöffneten Fenster aus dem Ballsaal nach draußen. Sie begab sich mit dem Wispern der Kastanienblätter in einen kurzen Wettbewerb, aus dem sie als Siegermelodie die Ohren einiger aufmerksamer Passanten verwöhnte.

»Wie ich diesen Ort liebe«, murmelte Ruth leise und blieb, obwohl sie schon kurz vor dem schmiedeeisernen Eingangstor angekommen war, noch einmal stehen. Dabei fiel ihr Blick auf den am Ende des Gartens liegenden Eingang des Hauses und dessen weit geöffnete, rot lackierte Tür. Clärchens Ballhaus stand in braunen und weißen Lettern auf dem weiter oben anbrachten Schild, wobei die beiden Punkte über dem A so verblichen waren, dass sie kaum noch zu erkennen waren. 

»Hallo, Fräulein … wollen Sie hier Wurzeln schlagen oder verlässt Sie gerade der Mumm eine flotte Sohle aufs Parkett zu legen?«, drang eine angenehm tiefe Stimme an ihr Ohr.

Das von den Berlinern  kurz liebevoll „Clärchens“ genannte Ballhaus wurde am 13. September 1913 von Clara Bühler und ihrem Mann Fritz als „Bühlers Tanzhaus“ eröffnet. Während oben im Spiegelsaal die feine Gesellschaft feierte, tanzte unten im Ballsaal ganz Berlin. Seit über 100 Jahren wird nun in den zwei Sälen gefeiert und getanzt. Clärchens Ballhaus ist eines der letzten über viele geschichtlichen Epochen hinaus erhaltenen Ballhäuser aus dem 20. Jahrhundert. Der Spiegelsaal glänzt noch heute im Originalzustand und ist damit einer der wunderbaren Schauplätze unseres aktuellen Romans über ein jüdisches Schicksal:

Die Aisbergh-Akte

 

Am besten gleich unten bestellen und lesen, wie es mit Daniel Aisbergh und Ruth Breslauer weitergeht. Mehr dazu erfahrt ihr im Video-Clip unserer aktuellen “Autoren-Lounge”. Einfach unten auf das Bild klicken und schon geht’s los.

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