Die Geschichte von Sally und Eleni

Für einige Sekunden blicke ich hinaus auf den Boulevard de Belleville. Dessen berühmten Streetfoodmarket wir morgen besuchen werden. Mitten in einer trendigen Szenerie gelegen, die mich an zuhause, an die Brick Lane erinnert. Das traditionsreiche Les Dames de Belleville ist umgeben von einer Ansammlung kreativer Restaurants, Shops und Kunstgalerien. 1974 in die Minotaurus Resort Group integriert, scheint es seine Ursprünglichkeit bewahrt zu haben. Die tunesische Familie des damaligen Inhabers leitet nach wie vor das Haus und konnte sich offenbar, anders als die Betreiber in London, griechischen Dekorationen bis heute erfolgreich widersetzen. Stattdessen verfügt es über ein Restaurant mit angeblich vorzüglicher maghrebinischer Küche, ein Mokka-Bistro und ein Hamam.

Nach meiner Ankunft am späten Vormittag hatte ich zunächst das Zimmer bezogen, das Eleni mir reserviert hatte. Dass es sich nicht um das Hochzeitszimmer handelte, ließ mich aufatmen. Zuvor hatte Khaled Mansur, der Hoteldirektor, mir Grüße von ihr ausgerichtet. Und eine Entschuldigung, da Eleni Termine habe und erst am Nachmittag wieder zurück sein könne. Obwohl schon gestern eine Hitzeglocke über der Stadt lag, erkundete ich nach einem kurzen Lunch ein wenig die Umgebung. Schlenderte an unzähligen kleinen Geschäften entlang, betrieben von Malern, Bildhauern, Graveuren und Kunsthandwerkern aller Art. Bummelte vorbei an Vintageläden und Boutiquen, Wein- und Käsegeschäften. Bis hin zum Belvedère de Belleville am nördlichen Rand des Park de Belleville. Von wo aus man angeblich den besten Panorama-Blick über Paris haben soll. Sagt Google zumindest und ich neige dazu, es diesmal zu glauben …

Aus: Rüdiger & Sonja Lehmann, Das Hochzeitszimmer. 2021 by MoKKa Edition, Wien. Foto pixabay

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